Reaktion auf SPIEGEL-Bericht zur Überwachung am Internet-Knoten DE-CIX: 1&1 hat keine Anordnung vom BND erhalten

Der Spiegel hat am Wochenende gemeldet, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) die Datenleitungen von 25 Internetprovidern am Datenknotenpunkt DE-CIX in Frankfurt anzapft. Ausdrücklich genannt werden sechs deutsche Provider, nämlich 1&1, Freenet, Strato AG, QSC, Lambdanet und Plusserver.

1&1 hat von den aktuellen Vorwürfen gegen den BND erstmals aus der Presse erfahren; die zitierte Anordnung des BND an den eco Verband ist uns nicht bekannt.

Unsere Einschätzung ist, dass sich die Maßnahmen allein gegen die DE-CIX Management GmbH als 100-%-Tochter des Internetverbands eco e. V. richten. Damit wären der gesamte über den DE-CIX laufende Netzverkehr und damit alle Provider betroffen, die ihre Daten an diesem Verbindungsknoten austauschen.

1&1 hat keinerlei Anordnungen bezüglich der Überwachung von Kommunikationsinhalten am DE-CIX erhalten. Der IT-Fachanwalt Thomas Stadler bezweifelt in seinem Blog die Rechtmäßigkeit der Maßnahmen.

Bereits im August haben wir hier im Blog über die Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden und deren Schranken berichtet.

Kategorie: Unternehmen
10 Kommentare
  1. 7. Oktober 2013 um 16:12 |

    Gut aber als (sicher nicht gerade kleines) Mitglied des eco e. V. ist 1&1 dann ja doch indirekt betroffen 😉

    Wenn die Anordnung wirklich nicht Rechtmäßig ist, würde 1&1 sich dafür einsetzen, dass diese „zusammenarbeit” nicht stattfinden wird bzw schnellstmöglichst beendet wird?

    Grüße
    Chris

  2. 8. Oktober 2013 um 06:57 |

    Dem Spiegelbericht nach sollte der BND mindestens 2 Jahre lang die Leitungen der hier angesprochenen Provider anzapfen. Was mich wundert ist, dass Bundeskanzleramt und Bundesinnenministerium das Schreiben abgezeichnet haben. Finde ich gut, dass 1und1 hier die Sache öffentlich klärt. Die Frage bleibt wie der SPIEGEL darauf kommt.

  3. 8. Oktober 2013 um 08:47 |

    Das heißt also das vom BND der gesamte DE-CIX überwacht und ausgeschnüffelt wird ?

    Gibt es für 1und1 keine möglichkeit juristisch gegen solche illegale Überwachung vorzugehen ? Schließlich untergräbt das das vertrauen der Kunden.

  4. 8. Oktober 2013 um 09:52 |

    Distanzieren ist eine Sache. Aber: was gedenken Sie jetzt zum Schutz Ihrer Kunden gegen diese unrechtmäßigen Massenabhöraktionen zu tun? Da meine Eltern 1&1-Kunden sind und ich selbst bei einem Tochterunternehmen, würde mich das schon sehr interessieren.

    Über eine Antwort würde ich mich freuen, am besten hier in den Kommentaren.

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